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Mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte: Breites Verbändebündnis fordert Wochenarbeitszeit
Gemeinsame Pressemitteilung
Breites Verbändebündnis für Wochenarbeitszeit
Berlin, 1. Juni 2026 – Ein breites Bündnis der Wirtschaft unterstützt die Kampagne
„Wochenarbeitszeit jetzt“. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Forderung nach
einer Modernisierung des Arbeitszeitrechts im Sinne der Europäischen
Arbeitszeitrichtlinie, um Betrieben und Beschäftigten mehr Gestaltungsspielraum
zu ermöglichen. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen
und wachsender Anforderungen an flexible Arbeitsmodelle haben sich 13
Wirtschafts- und Branchenverbände der ursprünglichen Initiative des DEHOGA
Bundesverbandes angeschlossen. Weitere Partner sind eingeladen, sich zu
beteiligen und die Reform voranzutreiben.
Deutschland steht wirtschaftlich unter erheblichem Druck: Faktisch kein Wachstum,
dafür steigende Kosten durch Inflation, Steuern und Abgaben sowie Bürokratie belasten
den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Umstellung von der täglichen auf eine
wöchentliche Höchstarbeitszeit wurde im Koalitionsvertrag von Union und SPD
vereinbart und könnte Betrieben wie Beschäftigten den nötigen Gestaltungsspielraum
geben, den es gerade jetzt braucht. So könnte sie einen Beitrag dazu leisten,
Produktivität und Beschäftigungsbedingungen gleichermaßen zu verbessern. Nach
vorliegenden Informationen soll das Bundesarbeitsministerium noch vor der
Sommerpause einen Gesetzentwurf einbringen.
Die Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“ lässt Menschen aus der Praxis zu Wort kommen.
Arbeitgeber wie Arbeitnehmer machen deutlich, worum es geht: nicht mehr Arbeit,
sondern mehr Freiheit bei der Verteilung von Arbeitszeit. Aus Sicht der Verbände sind
davon sowohl die Bewältigung von Auftragsspitzen Krisenintervention auch schlichtweg
die bessere Vereinbarkeit von Familie, Ehrenamt, Pflege und Beruf im Fokus.
Dies gilt sowohl für die mittelstandsgeprägte Tourismuswirtschaft wie Hotellerie und
Gastronomie, Reisebüros und Veranstalter, aber auch für die Live-Kultur sowie die
Veranstaltungs- und Messewirtschaft. Insgesamt gilt es, die Möglichkeiten europäischer
Regelungen zu nutzen, um die Wirtschaft zu stärken und zugleich den Wünschen vieler
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entgegenzukommen.
Breites Verbändebündnis für Wochenarbeitszeit
Das Bündnis erstreckt sich derzeit über folgende Verbände:
asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V.
BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.
Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD)
Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen e.V.
Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. | BTW
Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT)
Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband e.V. (DEHOGA Bundesverband)
DRV Deutscher Reiseverband e.V.
EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.
Hotelverband Deutschland (IHA) e.V.
LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
VDVO – Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V.
Verband der deutschen Messewirtschaft – AUMA
VDR – Verband Deutsches Reisemanagement e.V.
Ausgewählte Stimmen der Bündnispartner zur Wochenarbeitszeit:
Anke Budde, Präsidentin – asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen –
Bundesverband e.V.
„Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren. Im Tourismus
brauchen wir Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von Mitarbeitenden und
Unternehmen gleichermaßen gerecht werden.“
Johannes Everke, Geschäftsführer – BDKV Bundesverband der Konzert- und
Veranstaltungswirtschaft e.V.
„Live-Erlebnisse entstehen nicht nach der Stechuhr. Wenn das Wetter plötzlich kippt,
Tourpläne platzen oder Shows laufen, brauchen Teams Flexibilität, damit
professionelle Veranstaltungen gelingen.“
Anke Herrmann, Präsidentin – Bundesverband der Deutschen Incoming-
Unternehmen e.V.
„Arbeitsflexibilität stärkt den Tourismus: Sie ermöglicht schnelle Lösungen und sichert
internationalen Gästen einen reibungslosen Aufenthalt in Deutschland.“
Sven Liebert, Generalsekretär – Bundesverband der Deutschen
Tourismuswirtschaft e.V.
BTW
„Tourismuswirtschaft bedeutet Mittelstand. Verlässlichkeit und Flexibilität sind
entscheidend für einen zukunftsfähigen Tourismusstandort Deutschland. Die
Wochenarbeitszeit ermöglicht unseren 250.000 Betrieben, diesem Anspruch jederzeit
gerecht werden zu können.“
Holger Bösch, Präsident – Bundesverband deutscher Discotheken und
Tanzbetriebe e.V. (BDT
„Flexibilität fürs Nachtleben! Clubs/Diskotheken brauchen Arbeitszeitmodelle, die zur
Branche passen: MEHR FREIHEIT PRO WOCHE.“
Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin – DEHOGA Bundesverband
„Das Gastgewerbe lebt von Flexibilität. Ob Frühstücksservice, Hochzeitsfeier oder
saisonale Spitzen: Starre tägliche Höchstgrenzen passen weder zur betrieblichen
Realität noch zu den Bedürfnissen vieler Beschäftigter.“
Prof. Dr. Frank Schaal, Geschäftsführer BVCD e.V.:
„Starre Höchstgrenzen der Arbeitszeit der Beschäftigten sind im Gastgewerbe nicht
machbar, sie schaden allen Beteiligten. Hier müssen bessere, flexiblere Lösungen
kommen!“
Albin Loidl, Präsident – Deutscher Reiseverband (DRV)
„Arbeitszeitflexibilität bedeutet für Beschäftigte der Reisewirtschaft nicht mehr
Belastung, sondern mehr Gestaltungsspielraum und Anpassung an die Arbeitsrealität:
Beratung und Service müssen dann möglich sein, wenn Kundinnen und Kunden
buchen möchten.“
Steffen Kache, Vorstand – LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
„Ziel ist nicht mehr Arbeit, sondern mehr Selbstbestimmung: Flexible Arbeitszeiten in
Clubs und auf Festivals bei voller Wahrung von Ruhezeiten, Arbeitsschutz und
europäischer Wochenhöchstarbeitszeit.“
Jörn Holtmeier, Geschäftsführer – Verband der deutschen Messewirtschaft
AUMA
„Bei Messen wird hochintensiv gearbeitet, weil in kurzer Zeit alles zusammenkommen
muss. Dafür brauchen Betriebe und Beschäftigte mehr Spielraum bei der
Einsatzplanung. Eine moderne Arbeitszeit ist praxisnah und für beide Seiten fair.“