Foto: FrankanaFreiko
EMAS bei Frankana Freiko | Nachhaltigkeit als systematischer Unternehmensprozess
Die Unternehmensgruppe Frankana Freiko zählt zu den bedeutendsten Großhandelsunternehmen für Campingzubehör in Europa. Sie besteht aus den beiden Schwesternfirmen Frankana Caravan und Freizeit GmbH (gegründet 1982) und der Freiko Handelsgesellschaft mbH (gegründet 1990). Gemeinsam beliefern sie heute mehr als 3.000 Fachhändler im In- und Ausland. Neben Sortimentsbreite und logistischer Leistungsfähigkeit rückt zunehmend ein weiterer Aspekt in den Fokus: ein freiwilliges Umweltmanagementsystem der Europäischen Union nach EMAS. (Siehe weiter unten im Text.)
Historie und Standortentwicklung
Während sich Frankana von Beginn an auf den Vertrieb von Ersatzteilen und Zubehör für Caravans und Reisemobile konzentrierte, ergänzte Freiko die Gruppe ab 1990 durch den Vertrieb mobiler Küchen und Kühlgeräte. Über die Jahre entwickelte sich eine eng verzahnte Unternehmensgruppe, in der auch ökologische Fragestellungen kontinuierlich an Bedeutung gewannen und die heute unter der Marke Frankana Freiko am Markt auftritt.
Die Gebäude im Industriegebiet GollIPP wurden unter Beachtung umweltrelevanter Kriterien errichtet. Natur- oder Wasserschutzgebiete werden nicht beeinträchtigt. Auf den Hallendächern sind umfangreiche Photovoltaikanlagen installiert (400 kWp bei Frankana, 281 kWp bei Freiko), deren Strom teils selbst genutzt und teils eingespeist wird. Zur Energieeffizienz tragen zudem Eisspeicher zur Gebäudeklimatisierung, der Einsatz von Wärmepumpen sowie ein firmeneigenes Biotop und begrünte Verwaltungsgebäude bei.
Einführung des EMAS-Systems
Anfang 2024 startete die Einführung des anspruchsvollen Umweltmanagementsystems nach EMAS (siehe Kasten). Seit Februar 2026 ist die erste offizielle Umwelterklärung auf der Homepage von Frankana einsehbar.
Die Gesamtverantwortung liegt bei der Geschäftsleitung, während ein Umweltmanagementbeauftragter sowie bereichsübergreifende EMAS-Teams das System operativ tragen. Interne Audits, Begehungen und ein jährliches Management-Review dienen der Überprüfung von Wirksamkeit und Weiterentwicklung. Ein extern gepflegtes Rechtskataster sichert die Konformität in den Bereichen Abfall, Wasser, Energie und Immissionsschutz. EMAS wird hierbei nicht als zusätzliche Bürokratie verstanden, sondern als praktisches Arbeitsinstrument, das Abläufe im Lager, Büro, Einkauf und Fuhrpark optimiert und das gesamte Team zum Mitdenken anregt.
Umweltaspekte, Verpackung und Logistik
Im Rahmen des Systems werden direkte Aspekte am Standort (wie der Strombedarf für Staplerverkehr und Beleuchtung) sowie indirekte Effekte entlang der Lieferkette bewertet. Da nicht alle Transporte über die eigene LKW-Flotte abgewickelt werden können, spielen externe Dienstleister eine Rolle. Die eigene Tourenplanung reduziert jedoch Umladungen und Transportschäden, insbesondere bei Langgut. Zudem werden Retouren bei der Auslieferung direkt vom Fachhandel mitgenommen.
Ein Meilenstein im Jahr 2024 war die Einführung eines Mehrwegboxen-Tauschsystems für Kleinteile auf den eigenen Touren, was Einwegkartonagen massiv einspart. Bei Folien wird schrittweise auf Materialien mit hohem Rezyklat-Anteil* umgestellt. Auch bei Lieferanten gewinnen Nachhaltigkeitskriterien an Gewicht, wenngleich viele Campingprodukte aufgrund funktionaler Anforderungen materialintensiv bleiben. Geprüft wird zudem die gesetzeskonforme Lagerung von Gefahrstoffen. Brandschutz- und Notfallkonzepte mit direkter Aufschaltung zur Feuerwehr runden das Sicherheitsmanagement ab.
Fazit
Mit EMAS hat Frankana Freiko seine Umweltaktivitäten in ein überprüfbares Rahmenwerk überführt und bereits mehr als 400 Handlungsempfehlungen umgesetzt. Nachhaltigkeit wird hier als fester Bestandteil der betrieblichen Organisation verstanden, der Umweltverantwortung und Prozessqualität langfristig zusammenführt.
*(Rezyklat: aufbereitetes Altmaterial – hierKunststoff –, das als Sekundärrohstoff für die Herstellung neuer Verpackungen dient.
Was ist EMAS?
EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union und gilt als besonders anspruchsvoller Standard für nachhaltiges Wirtschaften. Es richtet sich branchenübergreifend an Unternehmen und Organisationen jeder Größe und ist weltweit anwendbar. EMAS erfüllt sämtliche Anforderungen der DIN EN ISO 14001, geht jedoch in seiner Zielsetzung darüber hinaus: Neben der Einführung eines Managementsystems steht die nachweisbare Verbesserung der Umweltleistung im Mittelpunkt.
Teilnehmende Organisationen erfassen systematisch ihre direkten und indirekten Umweltauswirkungen – etwa in den Bereichen Energie- und Ressourcenverbrauch, Emissionen, Abfall, Wasser oder Biodiversität. Grundlage ist eine umfassende Umweltprüfung, aus der konkrete Ziele und Maßnahmen in einem Umweltprogramm abgeleitet werden. Zuständigkeiten, Abläufe und Kontrollmechanismen werden im Rahmen eines strukturierten Managementsystems verbindlich geregelt. Regelmäßige interne Kontrollen überprüfen die Wirksamkeit.
Zentrales Element von EMAS ist die externe Validierung durch unabhängige, staatlich zugelassene Umweltgutachterinnen und Umweltgutachter. Sie kontrollieren die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben, die Zielerreichung sowie die formale Umsetzung der EMAS-Verordnung. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die Registrierung in einem öffentlichen Register. Erst dann darf das EMAS-Logo genutzt werden.
Transparenz ist verpflichtend: In einer veröffentlichten Umwelterklärung legt die Organisation ihre Umweltkennzahlen, Maßnahmen und Fortschritte offen. Dadurch entsteht Glaubwürdigkeit gegenüber Mitarbeitenden, Geschäftspartnern, Behörden und Öffentlichkeit. Ein weiterer Kernpunkt ist die Einbindung der Beschäftigten: Mitarbeitende werden aktiv beteiligt, in Zuständigkeiten und Prozesse eingebunden und für relevante Themen geschult, damit Umweltmanagement im Alltag gelebt wird und nicht nur auf dem Papier besteht.
EMAS-geprüfte Organisationen leisten damit einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz, sparen durch effizientere Prozesse und geringeren Ressourcenverbrauch häufig Kosten ein und zeigen zugleich gesellschaftliche Verantwortung. In Deutschland wird EMAS durch das Bundesumweltministerium begleitet; Institutionen wie der Umweltgutachterausschuss sowie die Deutsche Akkreditierungs- und Zulassungsgesellschaft für Umweltgutachter sichern die Qualität des Systems. EMAS bietet so einen strukturierten Rahmen, um Umweltleistungen transparent, rechtskonform und kontinuierlich weiterzuentwickeln. •
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