Foto: Messe Düsseldorf
Branchenzahlen zum Wachstumsfaktor Campingtourismus
Camping & Caravaning gemeinsam sichtbar machen
Branchenzahlen verdeutlichen die hohe volkswirtschaftliche Bedeutung des Wachstumsfaktors Campingtourismus
Fünf Organisationen aus der Camping- und Caravaning-Branche haben sich im Arbeitskreis Camping & Caravaning in Deutschland zusammengeschlossen. Ein erstes sichtbares Ergebnis der Zusammenarbeit ist ein auf dem diesjährigen Caravan Salon veröffentlichter Branchenflyer, der die wirtschaftliche Bedeutung von Camping und Caravaning anhand von Zahlen und Fakten darstellt.
Der Gedanke, Camping und Caravaning seien lediglich eine Form der Freizeitgestaltung, ist lange schon überholt. Die Branche schafft Arbeitsplätze, generiert Umsätze und wirkt deutlich weiter hinaus als lediglich über Campingplätze, Reisemobilstellplätze und Fahrzeughersteller. Um diese Bedeutung stärker sichtbar zu machen, arbeiten ADAC, der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), der Caravaning Industrie Verband (CIVD), der Deutsche Caravaning Handels-Verband (DCHV) und die Messe Düsseldorf zusammen. Der Arbeitskreis Camping & Caravaning in Deutschland trifft sich jährlich im Zusammenhang mit dem Caravan Salon in Düsseldorf.
Mit dem gemeinsamen Flyer „Camping & Caravaning bewegen Menschen, Wirtschaft und Regionen in Deutschland“ liegt nun ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit vor. Das zweiseitige Dokument betrachtet die Branche aus mehreren Perspektiven – vom Campingtourismus über Industrie und Handel bis hin zur Bedeutung für Beschäftigung und regionale Wertschöpfung. Die Daten werden herangezogen aus unterschiedlichen Quellen wie ADAC, BVCD, CIVD, DCHV, dwif, Messe Düsseldorf, Pincamp, das Statistische Bundesamt und des ZKF.
Eine Branche mit wirtschaftlicher Breite
Die Zahlen im Flyer verdeutlichen, wie groß das wirtschaftliche Umfeld rund um Camping und Caravaning inzwischen ist. Für die Caravaning-Branche insgesamt nennt das Dokument 120.000 Beschäftigte, einen Umsatz von 43 Milliarden Euro und einen Steuereffekt von 7,35 Milliarden Euro. Dabei beschränkt sich die Wertschöpfung nicht auf die Produktion von Freizeitfahrzeugen. Auch Zulieferer, Handel, Service, Vermietung und Zubehör gehören zum wirtschaftlichen Netzwerk.
Allein die Caravaning-Industrie wird im Flyer mit rund 25.000 Beschäftigten, 140 industriellen Herstellern und Zulieferern sowie einem Exportvolumen von 2,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Hinzu kommen 800 Fachbetriebe mit rund 15.000 Beschäftigten im Handel und Service. In Deutschland sind dem Flyer zufolge rund 2,2 Millionen Freizeitfahrzeuge unterwegs.
Der Camping-Tourismus selbst stellt ebenfalls einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Für 2025 weist der Flyer 74 Millionen Übernachtungen auf Camping- und Stellplätzen, davon 44,7 Millionen in der offiziellen Statistik des Statistischen Bundesamts (zuzüglich Schätzungen des DWIF) sowie rund 9.200 Camping- und Stellplätze in Deutschland (davon rund 3.200 Campingplätze) aus. Der damit verbundene Umsatz wird mit 21 Milliarden Euro angegeben. Die wirtschaftlichen Effekte entstehen dabei nicht ausschließlich auf dem Platz: Gastronomie, Einzelhandel und weitere touristische Angebote in den jeweiligen Regionen profitieren ebenfalls von den Gästen.
Zahlen machen die große Bedeutung sichtbar
Viele wirtschaftliche Effekte des Campings verteilen sich auf unterschiedliche Bereiche und sind deshalb auf den ersten Blick nicht als zusammenhängende Branchenleistung erkennbar. Die gemeinsame Darstellung anhand dieses Flyers soll diese Zusammenhänge sichtbar machen. Er beschreibt Camping und Caravaning deshalb nicht nur als Freizeitform, sondern als Teil einer breiten Wertschöpfungskette. Die Zielgruppe umfasst laut den Angaben eine zunehmend jüngere und familienorientierte Gruppe mit hoher Reiseaktivität. Gleichzeitig verweist das Dokument auf die Bedeutung der Caravaning-Industrie als mittelständisch geprägten Industriezweig, auf die Rolle des Handels als Mobilitäts- und Servicepartner sowie auf die regionale Wirkung des Campingtourismus.
Auch die Besucherentwicklung des Caravan Salon wird als Indikator für die wachsende Relevanz des Themas aufgeführt. Demnach stieg die Zahl der Besucher von ca. 173.000 im Jahr 2006 auf 259.000 im Jahr 2026.
Gemeinsame Faktenbasis für die Branche
Der Flyer soll damit jedoch nicht bei der reinen Bestandsaufnahme stehen bleiben. Ziel der beteiligten Organisationen ist ebenso, die Zahlen gemeinsam zu nutzen, um die Bedeutung von Camping und Caravaning gegenüber Politik, Tourismus, Kommunen und Regionen stärker zu vermitteln. Die regionale Wertschöpfung und die wirtschaftlichen Verflechtungen machen mehr als deutlich, dass Entscheidungen rund um Infrastruktur, Tourismusentwicklung oder Rahmenbedingungen nicht nur einzelne Campingplätze betreffen.
Dazu meint Prof. Dr. Frank Schaal, Geschäftsführer des BVCD e. V: „Im Rahmen einer intensiven und positiv geprägten Zusammenarbeit haben wir es gemeinsam geschafft, die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten kurz und übersichtlich zu bündeln. Dies ist wichtig, weil die Campingtourismusbranche sich gemeinsam darstellen muss, um sichtbarer zu werden. Diese Zusammenarbeit ist sehr wichtig für uns alle, denn kooperativ können wir unsere Stärken am besten ausspielen. Der Flyer hat bereits sehr positive Reaktionen hervorgerufen. Von daher werden wir auch perspektivisch daran weiterarbeiten und ihn jährlich mit den neuesten Daten herausbringen. Als zusätzlicher Partner wird der Deutsche Tourismus Verband (DTV) ab der nächsten Ausgabe mit an Bord sein. Das wird für eine zusätzliche Reichweite sorgen. Wir freuen uns jetzt schon drauf!“
Dass der Arbeitskreis seine Arbeit im Umfeld des Caravan Salon fortsetzt, unterstreicht zugleich die enge Verbindung zur wichtigsten deutschen Branchenmesse. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits angekündigt. Der neue Flyer ist damit ein erster Baustein einer Zusammenarbeit, mit der die Branche ihre wirtschaftliche Bedeutung künftig stärker mit einer gemeinsamen Faktenbasis darstellen möchte.
Der vollständige Flyer „Camping & Caravaning bewegen Menschen, Wirtschaft und Regionen in Deutschland“ steht hier zum Download bereit: Branchenflyer CCAG 2026 als PDF
