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Grafik: Norddeutscher Campingtag
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Logistik, Leidenschaft und viel Herz – „Wie ein großes Familientreffen der Branche“

Christin Lemcke, Berit Neumann und ihr Team

Wenn der Norddeutsche Campingtag seine Tore öffnet, schlägt das Herz der regionalen Campingwirtschaft wieder im Takt persönlicher Begegnungen. In diesem Jahr führt die Reise nach Nordrhein-Westfalen in die Messe Essen – ein Ort, der mit einer zentralen Ausstellungshalle hervorragende Bedingungen für kurze Wege und intensives Networking bietet. Hinter den Kulissen eines so hochkarätigen Branchentreffs steckt allerdings eine logistische Herkulesaufgabe, die monatelange Vorbereitung und immense Leidenschaft verlangt.

Wer die Geschicke des NCT maßgeblich lenkt, durften wir bereits auf dem letzten Treffen in Lübeck persönlich erfahren. Seit diesem ersten Kennenlernen schätzen wir die professionelle und zugleich herzliche, offene Zusammenarbeit mit den Macherinnen und ihrem Team außerordentlich. Umso mehr freuen wir uns auch in Essen darauf, uns wiederzusehen und hoffentlich in aller Ruhe vielleicht bei einer Tasse Kaffee ein paar Minuten entspannt plaudern zu können.

Doch wie stemmt man ein Branchenevent dieser Größenordnung, ohne dass die Persönlichkeit auf der Strecke bleibt? Was unterscheidet die Planung in Essen von den bisherigen Standorten, und wie gelingt der Spagat zwischen beruflicher Routine und echter Event-Faszination? Wir haben bei den beiden Mitorganisatorinnen Christin Lemcke (Geschäftsstellenleitung BVCD MV e. V.) und Berit Neumann nachgefragt. Im Interview gewähren sie uns einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der NCT-Organisation und verraten, worauf sich die Besucher in diesem Jahr besonders freuen können.

CW|H: Ihr habt ja beide neben der Organisation des NCT noch eure „normalen Jobs“. Geht das so ohne Weiteres neben der Arbeit in der Geschäftsstellenleitung beim BVCD MV? 

Ch. L. + B. N.: Beim BVCD Mecklenburg-Vorpommern e. V. bin nur ich, Christin, als Geschäftsstellenleitung angestellt und somit für den Landesverband zuständig. Darüber hinaus arbeite ich auch für den Norddeutschen Campingtag. Berit ist inzwischen in Vollzeit für die Veranstaltung tätig.

Nur durch diese klare Aufteilung ist es überhaupt möglich, den NCT in dieser Intensität und mit dem nötigen persönlichen Einsatz zu organisieren. Die Veranstaltung ist inzwischen so groß und vielfältig, dass die Organisation nicht einfach „nebenbei“ funktionieren würde. Gerade in den Monaten vor dem NCT laufen sehr viele Aufgaben zeitgleich – von der Abstimmung mit der Location über die Ausstellerbetreuung bis hin zum Programm und den vielen kleinen Details, die am Ende den Unterschied machen.

CW|H: Ab wann geht bzw. ging die Organisation so richtig los? 

Ch. L. + B. N.: Wenn wir ehrlich sind, hört die Organisation nie wirklich auf. Die Planungen laufen ein Stück weit parallel. Wir sind beispielsweise bereits seit dem vergangenen Jahr im Austausch für den NCT 2027 und befinden uns sogar schon seit einigen Monaten auf Location-Suche für 2028.

Die intensive Planung für das jeweilige Veranstaltungsjahr beginnt dann Anfang des Jahres, nachdem der letzte NCT im Januar soweit als möglich abgeschlossen wurde. Vieles wird aber schon vorher angestoßen und mit der jeweiligen Location abgestimmt. Gerade weil der NCT jedes Jahr an einem anderen Standort stattfindet, gibt es immer wieder neue Themen und Herausforderungen, in die wir uns frühzeitig einarbeiten müssen.

CW|H: Seid ihr kurz vor der Veranstaltung eher tiefenentspannt oder überwiegen eher Aufregung und Orga-Stress?

Ch. L. + B. N.: Ein bisschen von allem, obwohl tiefenentspannt nicht die passende Beschreibung ist. Es hängt meistens davon ab, wie viel wir im Vorfeld bereits klären konnten und welche unerwarteten Dinge noch aufkommen. Generell ist kurz vor einer Veranstaltung immer besonders viel los. Viele Aufgaben laufen parallel und manches lässt sich eben erst unmittelbar vor der Veranstaltung abschließend klären. Gleichzeitig gehört genau diese Dynamik für uns mittlerweile auch dazu. Irgendwann kommt der Moment, an dem die Türen aufgehen und wir sehen: Es funktioniert.

CW|H: Was macht für euch persönlich den besonderen Charme des Norddeutschen Campingtages aus?

Ch. L. + B. N.: Für uns fühlt sich der Norddeutsche Campingtag immer wieder wie ein großes Familientreffen der Campingbranche an. Genau dieser persönliche Austausch macht für uns einen großen Teil des besonderen Charmes aus. Der Austausch zwischen den Campingplatzbetreibern untereinander, aber natürlich auch mit den Ausstellern und Partnern, ist unglaublich wertvoll. Es geht nicht nur darum, Informationen oder Produkte zu präsentieren, sondern vor allem darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

CW|H: Wie verändert sich die Organisation eines Branchentreffens, wenn man selbst inzwischen auf mehr Erfahrung zurückblicken kann – oder wird es trotzdem nie Routine?

Ch. L. + B. N.: Routine ist beim NCT schwierig. Wir wechseln jedes Jahr die Location und damit ändern sich auch die Rahmenbedingungen. Jeder Veranstaltungsort und jedes Bundesland bringen eigene Besonderheiten und Herausforderungen mit sich. Natürlich hilft uns die Erfahrung. Wir wissen inzwischen besser, worauf wir achten müssen, welche Fragen wir frühzeitig stellen sollten und an welchen Stellen es erfahrungsgemäß einmal etwas komplizierter werden kann. Aber trotzdem ist kein NCT wie der andere. Auch die Aussteller bringen unterschiedliche Anforderungen mit und jedes Jahr kommen neue Themen hinzu. Genau das macht die Organisation abwechslungsreich und natürlich auch spannend.

CW|H: Was dürfen wir vom diesjährigen NCT erwarten? Und warum die Messe Essen (abgesehen davon, dass dieses Jahr NRW dran ist)? 

Ch. L. + B. N.: Gemeinsam mit Leo Ingenlath, dem Präsidenten des Landesverbandes NRW e. V., haben wir im Vorfeld verschiedene Locations in Nordrhein-Westfalen angeschaut. Am Ende haben uns die Messe Essen und die dortigen Möglichkeiten überzeugt. Ein wichtiger Punkt war dabei auch die sehr gute Partnerschaft zwischen der Messe Essen GmbH und dem BVCD e. V. Gleichzeitig bietet uns die Messe die passenden räumlichen Voraussetzungen für den NCT und eröffnet uns in diesem Jahr einige Möglichkeiten, die wir an anderen Standorten so nicht gehabt hätten.

Wir freuen uns deshalb sehr darauf, den NCT in diesem Jahr in Essen und damit zum zweiten Mal in Nordrhein-Westfalen auszurichten.

CW|H: Gibt es etwas, das Besucher oder Aussteller in Essen überraschen wird?

Ch. L. + B. N.: Da wir es von Anfang an kommuniziert haben, wird es wahrscheinlich nicht überraschend sein, aber wir haben eine besondere räumliche Situation in diesem Jahr. Wir haben die Möglichkeit, alle Aussteller gemeinsam in einer Messehalle unterzubringen und dort eine große zusammenhängende Ausstellungsfläche zu nutzen. Das schafft kurze Wege und vor allem viel Raum für Begegnungen. Und genau das ist uns wichtig: Die Messe soll nicht nur zum Anschauen da sein, sondern vor allem zum Austausch und Netzwerken einladen.

CW|H: Worauf freut ihr euch persönlich in Essen am meisten – gibt es einen Moment beim NCT, bei dem ihr sagt: „Dafür machen wir das Ganze“?

Ch. L. + B. N.: Ganz klar: auf das Wiedersehen mit der Branche. Wenn nach monatelanger Vorbereitung die ersten Teilnehmer ankommen, sich begrüßen, miteinander ins Gespräch kommen und die Halle langsam zum Leben erwacht, ist das für uns ein besonderer Moment.

Natürlich freuen wir uns auch über das Feedback der Teilnehmer während und zum Ende der Veranstaltung. Wenn uns jemand nach der Veranstaltung sagt, dass er interessante Gespräche geführt, neue Kontakte geknüpft oder eine konkrete Idee für den eigenen Campingplatz mitgenommen hat, dann ist genau das die Bestätigung, dass sich die viele Arbeit gelohnt hat.

CW|H: Was wünscht ihr euch, dass die Besucher nach den Tagen in Essen mit nach Hause nehmen?

Ch. L. + B. N.: Am besten eine gute Mischung aus Inspiration, neuen Ideen und konkretem Input für den eigenen Campingplatz. Wir wünschen uns, dass die Teilnehmer neue Entwicklungen und Impulse für die Weiterentwicklung unserer Branche kennenlernen, aber auch mit neuen Kontakten nach Hause fahren. Der Wissenstransfer innerhalb der Branche ist für uns ein ganz wichtiger Bestandteil des NCT.

Wenn die Teilnehmer am Ende sagen: „Ich habe hier etwas gelernt, jemanden kennengelernt und eine Idee mitgenommen, die ich auf meinem Platz umsetzen kann“, dann haben wir unser Ziel erreicht.

CW|H: So soll und so wird es sein, wir freuen uns auf euch. 

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