Campingcards – Chancen und Herausforderungen
Auch Campingcards sind für viele Plätze in Deutschland ein wichtiger Bestandteil der Gästebindung und -gewinnung geworden. Die gängigsten Karten – darunter die ACSI CampingCard, die ADAC Campcard, die Camping Key Europe (CKE) und die Camping Card International (CCI) – bieten unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit und richten sich an verschiedene Zielgruppen.
Bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Karte spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Zunächst ist zu prüfen, ob die eigene Gästestruktur zu den Nutzern der jeweiligen Karte passt. Während die ACSI CampingCard vor allem in der Nebensaison preisbewusste Reisende anspricht, bietet die ADAC Campcard Rabatte auch in der Hauptsaison und ist damit für Plätze mit hoher Auslastung in Ferienzeiten interessant. Die CKE und die CCI sprechen eher internationale Gäste an und bieten zusätzliche Versicherungsleistungen.
Entscheidungskriterien und Teilnahmebedingungen
Der Beitritt zu einer Kartengemeinschaft erfolgt in der Regel über eine Anmeldung beim jeweiligen Anbieter, oft verbunden mit einer Listung im zugehörigen Campingführer oder Onlineportal. Die Teilnahmebedingungen variieren: Häufig werden Qualitätsstandards vorausgesetzt und die Bereitschaft, festgelegte Rabatte oder Sonderleistungen zu gewähren. Die Höhe und der Zeitraum der Rabatte können meist individuell festgelegt werden, was eine gewisse Flexibilität ermöglicht. Für den Platzbetreiber ist es essenziell, vorab zu kalkulieren, ob die gewährten Nachlässe durch eine höhere Auslastung kompensiert werden können.
Die wirtschaftlichen Vorteile von Campingcards liegen vor allem in einer verbesserten Auslastung, insbesondere in schwächeren Buchungszeiträumen. Zusätzliche Sichtbarkeit in renommierten Führern und Onlineportalen kann die Reichweite deutlich erhöhen. Viele Kartensysteme unterstützen ihre Partner mit Marketingmaßnahmen, Werbematerialien und digitaler Präsenz. Gerade größere Anbieter wie ADAC oder ACSI bieten eine breite Plattform und sorgen für eine kontinuierliche Nachfrage durch ihre große Nutzerbasis. Zusätzlich profitieren Betreiber von der Erfahrung und dem Netzwerk der Vereinigungen, etwa bei rechtlichen Fragen oder Qualitätsmanagement.
Es ist nicht alles rosarot
Es gibt auch kritische Aspekte. Die gewährten Rabatte bedeuten einen direkten Preisnachlass, der sich aber nur dann rechnet, wenn die Auslastung tatsächlich steigt und keine Kannibalisierung der regulären Preise erfolgt. Besonders in der Hauptsaison mögen Konflikte mit Stammgästen auftreten, die keinen Rabatt erhalten. Nicht zu unterschätzen ist der administrative Mehraufwand: Unterschiedliche Rabattmodelle, Abrechnungsmodalitäten und Kontrollmechanismen erfordern eine strukturierte Organisation. Zudem ist die Bindung an bestimmte Konditionen oder Vertragslaufzeiten zu beachten, die die Flexibilität des Platzbetreibers einschränken können. Manche Systeme setzen eine Mitgliedschaft oder jährliche Gebühren voraus, was die Kostenstruktur zusätzlich beeinflusst. Außerdem bieten nicht alle Kartensysteme den gleichen Grad an Unterstützung. Während einige umfassende Marketingpakete und Beratung offerieren, beschränkt sich die Leistung bei anderen auf die reine Listung. Es empfiehlt sich daher, die Angebote sorgfältig zu vergleichen und die tatsächlichen Mehrwerte für den eigenen Betrieb realistisch einzuschätzen. Auch die Erwartungshaltung der Gäste, die mit einer Karte anreisen, sollte klar kommuniziert werden, um Missverständnisse zu vermeiden. •
Dieser Artikel erschien erstmals in der Campingwirtschaft Heute 5/2025.